FAKE-ACCOUNTS
Erstellt jemand unter Ihrem Namen oder mit Ihren Inhalten einen Fake-Account, liegt ein klarer Fall von Identitätsmissbrauch vor. Diese Fälle tauchen in unterschiedlichen Konstellationen auf: Kopierter Content oder Namen, nachgemachtes Profil, Accounts, die sich als „offiziell“ ausgeben. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von Wettbewerbeeinträchtigung und Diffamierung über Nutzen einer fremden Reichweite, Authentizität und Vertrauensbasis.
Plattformen sind verpflichtet, auf solche Verstöße schnell zu reagieren – insbesondere, wenn sie über den Missbrauch informiert wurden. Geschieht nichts, kann die Plattform rechtlich verantwortlich gemacht werden.
Unser wichtigster Hinweis deshalb vorab: Ihr erster Schritt sollte unbedingt sein, die Plattform über den Fake-Account zu informieren. Erst wenn die Plattform in Kenntnis gesetzt wurde, haftet sie bei Untätigkeit. Gegen die Betreiber von Fake-Accounts vorzugehen, kann kompliziert sein und ist oft nicht erfolgsversprechend. Die Betreiber der Plattformen hingegen sind bekannt.
Unsere Checkliste für Sie - kurz & knapp:
- Informieren Sie umgehend die Plattform von dem Fake Account.
Da der Fake Account durch (unbekannte) Dritte erstellt wurde, haftet die Plattform erst, wenn sie nach Kenntnis untätig bleibt.
Führen Sie die Meldungen am Computer durch. Dort funktioniert die Meldung meist besser als am Smartphone. Teilweise sind Meldewege nur in den Desktop-Versionen der Plattformen überhaupt verfügbar. Nutzen Sie gerne dafür den Text, den wir Ihnen hier zur Verfügung stellen. - Informieren Sie Ihre Follower:
Fake Accounts können Betrugsversuche nach sich ziehen. Versuchen Sie zu verhindern, dass Follower die Accounts verwechseln. - Sichern Sie Beweise:
Beweise sichern für die Meldung kann man einfach, indem man Screenshots erstellt oder von dem ganzen Prozess ein Video aufnimmt. Falls es später zu einem rechtlichen Verfahren kommt, hat man so alles zur Hand, was man brauchen könnte. - Verlieren Sie keine Zeit:
In manchen Fällen (insb. bei rechtswidrigen Aktivitäten des Fake Accounts, insbesondere Betrugsversuchen) sollten Sie Anwälte schon früh kontaktieren.
Hinweise für Content Creator und gewerbliche Accounts
Fake Accounts können Ihre wirtschaftliche Existenz bedrohen. Schützen Sie Ihre Reputation, indem Sie auf allen Kanälen umgehend über die Fake Accounts und deren Inhalte informieren. Achten Sie auch auf eine Kompromittierung der personenbezogenen Daten Ihrer Follower. Kontaktieren Sie uns in diesen Fällen bereits frühzeitig, damit wir eine Strategie zur Schadensbegrenzung abstimmen können. Die Maßnahmen zur Selbsthilfe können Sie parallel natürlich weiterhin selbst kostenfrei durchführen.
Maßnahmen zur Selbsthilfe
Was tun bei einem Fake-Account?
Schritt 1: Meldung des Fake-Accounts bei der Plattform
Nach dem Digital Services Act (DSA) und weiteren Vorgaben (z. B. AGB der Plattformen) sind Anbieter verpflichtet, rechtswidrige Inhalte oder Accounts nach Meldung zu entfernen – das gilt besonders bei Identitätsmissbrauch.
Die offiziellen Meldeformulare der Plattformen ermöglichen eine direkte und formale Meldung – kostenlos und ohne Anwalt. Nutzen Sie diese unbedingt!
Tipp: Machen Sie vor und nach der Meldung Screenshots vom Fake-Account, vom Profil-Link, vom Inhalt und von der Bestätigung der Meldung. Sollte der Account nicht gelöscht werden, können Sie später belegen, dass die Plattform in Kenntnis war – und dennoch nichts unternommen hat.
X (vormals Twitter)
Google/ Youtube / Maps
Schritt 2: Formale E-Mail an die Plattform senden
Wenn auf Ihre Meldung keine oder nur eine automatisierte Antwort erfolgt, sollten Sie eine formelle E-Mail an den Plattform-Support senden. Damit setzen Sie die Plattform rechtlich in Verzug – sie haftet ab dem Zeitpunkt der konkreten Kenntnis.
Tipp:
- Setzen Sie eine angemessene Frist zur Entfernung des Fake-Accounts (wir empfehlen eine kurze Frist von 4 Tagen). Dokumentieren Sie auch diesen Vorgang – speichern Sie Ihre E-Mail und ggf. eine Antwort.
- Sparen Sie Zeit, indem Sie zum Beispiel diese Vorlage benutzen und die betreffenden Accountdaten unkompliziert einfügen.
Textbaustein für Ihre E-Mail
Betreff: Meldung des Fake-Accounts [Accountname des Fake Accounts]
Sehr geehrtes Support-Team,
ich möchte Sie darüber informieren, dass ein Fake-Account auf Ihrer Plattform [unter meinem Namen bzw. mit meinen Inhalten] betrieben wird.
Der Fake Account ist hier abrufbar: [Link zum Fake-Profil]
Folgende Verstöße liegen vor:
- [Verwendung meines Namens / Fotos / Logos]
- [Veröffentlichung meiner Inhalte ohne Erlaubnis]
- [Vorspiegelung, ich sei Inhaber dieses Accounts]
Meine Daten zur Identifikation:
- Benutzername: [Ihr Benutzername]
- Registrierte E-Mail-Adresse: [Ihre E-Mail-Adresse]
- Profil-Link: [URL]
Ich fordere Sie hiermit auf, diesen Account umgehend zu deaktivieren und mich über die ergriffenen Maßnahmen zu informieren.
Nach Art. 16 ff. DSA und § 823 BGB bin ich berechtigt, eine zeitnahe Entfernung und Prüfung zu verlangen.
Ich bitte um unverzügliche Entfernung des Fake Accounts und eine Rückmeldung über die getroffenen Maßnahmen innerhalb von 4 Tagen.
Diese Nachricht gilt als formelle Mitteilung der Existenz des Fake Accounts. Ich dokumentiere diese Kontaktaufnahme vollständig und weise Sie darauf hin, dass Sie umgehend tätig werden müssen, um eine Haftung zu vermeiden.
Mit freundlichen Grüßen
[Ihr vollständiger Name]
[ggf. Link zu Ihrem echten Profil]
[E-Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme]
Senden Sie diese E-Mail an die Support-Adressen der Internetplattform. Für die gängigsten Internetplattformen haben wir Ihnen eine Auflistung der Support-Adressen zusammengestellt.
Plattform Support Adressen
Facebook
impressum-support@support.facebook.com
(ggf. nicht öffentlich errreichbar – dann Formular nutzen)
Instagram
impressum@support.instagram.com
(ggf. nicht öffentlich errreichbar – dann Formular nutzen)
X (vormals Twitter)
(ggf. nicht öffentlich errreichbar – dann Formular nutzen)
LinkedIn
TikTok
Google
(bei Maps/Unternehmensprofilen)
Hinweis: Auch wenn die Plattform nicht direkt per E-Mail antwortet – Ihre Meldung zählt als formale Kenntnisgabe. Speichern Sie alle Inhalte, Screenshots und E-Mails ab. Sollte später eine rechtliche Geltendmachung notwendig sein, sind diese Dokumente entscheidend.
Schritt 3: Beweise sichern
Dokumentieren Sie, dass Sie die Plattform in Kenntnis gesetzt haben. Dies ist entscheidend – sowohl für eine mögliche Löschung des Accounts als auch für rechtliche Schritte wie Unterlassungsansprüche. Sichern Sie dazu insbesondere die folgenden Beweise:
• Screenshots des Fake-Profils (inkl. URL),
• Inhalte, die von Ihrem echten Profil kopiert wurden,
• Veröffentlichungen des Fake-Accounts,
• Ihre Meldung an die Plattform und deren Antwort.
Schritt 4: Information an Ihre Community
Ein Fake Account hat oft Betrugsversuche zur Folge. Sie sollten daher Ihre Community schützen und unbedingt vermeiden, dass der Fake Account zu Ihren Followern durchdringen kann. Beachten Sie auch etwaige strafrechtliche Folgen eines Betrugsversuches in Ihrem Namen.
Wichtiger Hinweis für Content Creator und gewerbliche Accounts
Ist Ihre geschäftliche Grundlage eng mit Ihrem Social Media Auftritt verbunden, sollte dieser Schritt für Sie zwingend sein, um Ihre Reputation zu schützen. Nutzen Sie dazu am besten alle Social Media Kanäle. Unterschätzen Sie die Wirkung eines Fake Accounts nicht: Allein die Existenz eines solchen Accounts kann äußerst schädlich für Ihre Reichweite und eine Bedrohung für Ihre Glaubwürdigkeit sein. Nicht selten wird mit einem Fake-Account nicht nur die Monetarisierung einer fremden Reichweite verfolgt; immer häufiger werden auch Betrugsversuche unter Ausnutzung des guten Namens oder des Vertrauensverhältnisses eines Account-Betreibers mit seinen Followern oder verknüpften Kontakten gestartet. Leider nicht selten mit Erfolg. Kontaktieren Sie uns gerne in diesem Fall frühzeitig, damit wir die Situation für Sie einschätzen und ggf. erste Maßnahmen zur Schadensbegrenzung abstimmen können.
Informieren Sie Ihre Follower, Freunde oder beruflichen Kontakte mit einem kurzen Hinweis. Teilen Sie diesen Hinweis auf Ihren Social Media Kanälen, um zu verhindern, dass der Account Ihre Glaubwürdigkeit untergräbt oder Schäden bei Ihren Followern anrichtet.
Formulierungshilfe für einen Hinweis an Ihre Community
Achtung: Es gibt einen Fake Account von mir mit dem Namen [Accountname des Fake Accounts]
Ich habe alle nötigen Schritte eingeleitet, um die Verbreitung des Accounts zu verhindern.
Bitte seid vorsichtig – interagiert nicht mit dem Fake Account, klickt auf keine Links und gebt keine persönlichen Daten weiter!
Meldet gerne den Account, indem ihr direkt auf dem Fake Account die Funktion „Melden“ (oben rechts) benutzt.
Danke für eure Unterstützung.
Schritt 5: Erstatten Sie Anzeige
Unabhängig von den Erfolgsaussichten kann eine Strafanzeige bei der Polizei sinnvoll sein. Unsere Erfahrung zeigt, dass Fake Accounts teilweise zu betrügerischen Aktivitäten neigen (wie Bitcoin-Postings oder sonstige Werbung) und aktiv den Kontakt zu Ihren Followern suchen.
Tipp: Selbstverständlich unterstützen wir Sie bei einer Beauftragung auch bei der Strafanzeige. Eine Strafanzeige können Sie aber selbstverständlich kostengünstiger selbstständig bei Ihrer nächsten Polizeidienststelle stellen. Vergessen Sie nicht Ihren Ausweis und zeigen Sie – sofern vorhanden – auch Nachweise etwaiger betrügerischer Aktivitäten des Fake Accounts.
Auch eine Anzeige gegen „Unbekannt“ kann in solchen Fällen Schutz vor polizeilicher Verwechslung oder unberechtigtem Verdacht bieten. Sollte die Polizei wegen der Aktivitäten des Fake Accounts auf Sie zukommen, können Sie dann stets auf die Vorgangsnummer Ihrer Strafanzeige verweisen.
Außerdem können nach einer Anzeige Ermittlungen gegen den/die Betreiber des Fake-Accounts aufgenommen werden.
Anwaltliches Vorgehen
Professionelle Unterstützung für Sie
Anders als bei Accountsperrungen kann bei Fake Accounts bereits frühzeitige anwaltliche Unterstützung sinnvoll sein. Insbesondere bei rechtswidrigen Aktivitäten des Accounts oder Kontaktaufnahmen mit Ihren Followern unterstützen wir Sie gerne bei den ersten Schritten. Wir weisen Sie natürlich auch darauf hin, wenn wir eine Beauftragung nicht für notwendig erachten und geben Ihnen Tipps wie Sie die Fälle zunächst selbstständig und kostenfrei behandeln können.
Im Vordergrund unserer Beratung steht immer, erfolgsversprechende rechtliche Schritte mit praktisch umsetzbaren Anweisungen an die Plattform zu verbinden. Hier können wir von unserer Erfahrung mit diesen Fällen profitieren, da auch eine rechtlich ansprechende und umfassende Begründung wenig wert ist, wenn sie nicht bis zu den Plattformen und den richtigen Stellen durchdringt.
Aufgrund unserer Expertise können wir diese Fälle schnell, effektiv und zielgerichtet bearbeitet. Da wir durch viele Verfahren wissen, was solche Mandate mit sich bringen, besprechen wir mit Ihnen, ob wir Ihren Fall auf einer Pauschale bearbeiten können. Dies hat für Sie den Vorteil, dass die Kosten kontrollierbar sind und Sie bereits mit der Beauftragung wissen, ob sich eine Beauftragung für Sie lohnt.
Wir prüfen für Sie:
• Ob die Plattform haftet und gegen wen ein rechtliches Vorgehen erfolgsversprechend ist
• Ob urheberrechtliche und wettbewerbsrechtliche Unterlassungsansprüche oder Schadenersatzansprüche bestehen
• Welche rechtlichen und praktischen Schritte eine schnelle Entfernung des Fake Accounts ermöglichen
Wir bieten Ihnen:
• Transparente Pauschalpreise für außergerichtliche Verfahren
• Spezialisierte Expertise & Erfahrung mit Sicherheitsvorfällen, Datenschutzverstößen und Plattformverantwortung
• Zügige und zielgerichtete Bearbeitung unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Situation und Ziele
